Häusliche Gewalt

Wenn Sie von häuslicher Gewalt betroffen sind, können Sie sich an uns wenden. Unsere Beratung ist kostenlos, parteilich und auf Wunsch anonym. Die Mitarbeiterinnen unterliegen der Schweigepflicht.

Häusliche Gewalt bezeichnet die Gewalt durch einen aktuellen oder ehemaligen Lebenspartner. Sie umfasst neben körperlicher Gewalt auch andere Gewaltformen (s.u.). Häufig ist sie kein einmaliges Ereignis, sondern tritt in einer Beziehung oder Ex-Partnerschaft wiederholt auf und steigert sich im Laufe der Zeit immer mehr. Hierbei spielt es keine Rolle, an welchem Ort (also ob zu Hause oder woanders) die Gewalt ausgeübt wird.

Frauen in der gesamten Bandbreite der Gesellschaft sind von häuslicher Gewalt betroffen, unabhängig von ihren finanziellen Ressourcen, ihrem Bildungsstand oder ihrer Kultur. Jede vierte in Deutschland lebende Frau gibt an, mindestens ein Mal in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt geworden zu sein.

Beispiele für Handlungen häuslicher Gewalt können z.B. sein:

  • Beschimpfungen, Demütigungen und Erniedrigungen der Frau
  • Drohungen, z.B. Kinder oder Haustiere zu verletzen
  • Soziale Isolierung, z.B. Kontakt zu Familie oder Freund*innen unterbinden
  • Schlagen, treten, würgen der Frau
  • Verbrennungen, Verätzungen, Quetschungen etc. zufügen
  • Mit Gegenständen werfen
  • Erzwingen sexueller Handlungen
  • Ständige Kontrolle, z.B. Handy, Finanzen kontrollieren
  • Und vieles mehr

Sie sind nicht schuld an der Gewalt, die Ihnen angetan wird oder wurde. Sie haben ein Recht auf ein gewaltfreies Leben. 

Was können Sie tun?

Wenn Sie akut bedroht sind, rufen Sie den Polizeinotruf (110) an. Nennen Sie Ihren Namen und Ihre Adresse und betonen Sie, dass sie sofort Hilfe brauchen. Teilen Sie der Polizei mit, ob Sie verletzt sind, ob Kinder oder sonstige Personen in der Wohnung sind, ob der Täter noch anwesend ist, ob er Waffen besitzt. Bis die Polizei kommt, bringen Sie sich und gegebenenfalls Ihre Kinder in Sicherheit, zum Beispiel bei Nachbar*innen, in Geschäften oder in der eigenen Wohnung.

Bei akuter Gewalt innerhalb der häuslichen Gemeinschaft kann die Polizei, sobald sie hinzu gerufen wird, den Täter vorrübergehend aus der Wohnung verweisen und ihm verbieten, diese innerhalb der nächsten Tage wieder zu betreten. Um einen weiteren längerfristigen Schutz für die Betroffenen zu erlangen, kann ein Antrag nach dem Gewaltschutzgesetz gestellt werden. Bei häuslicher Gewalt kann, wie bei allen anderen Straftaten, Strafanzeige erstattet werden, sodass ein Ermittlungsverfahren gegen den Täter eingeleitet wird. Für unsere Beratung ist eine Strafanzeige keine Voraussetzung.

Wenn Sie Verletzungen erlitten haben, können Sie diese anonym und kostenlos in den rechtsmedizinischen Instituten der Unikliniken Hamburg und Schleswig-Holstein (Kiel und Lübeck), sowie ihren Außenstellen u.a. in Elmshorn, Pinneberg und Itzehoe untersuchen und dokumentieren lassen. Die Rechtsmedizinerinnen sind für die vertrauliche Spurensicherung ausgebildet und sichern so gerichtsverwertbare Beweise. Hierfür ist keine Strafanzeige notwendig. Die Befunde können über einen Zeitraum von 20 Jahren gespeichert werden, sodass Sie sich auch noch zu einem späteren Zeitpunkt dafür entscheiden können, sie ihm Rahmen eines Gerichtsprozesses als Beweise zu nutzen. Weitere Informationen sowie Kontaktdaten finden Sie hier: UKSH | Rechtsmedizinische Ambulanz Schleswig-Holstein (vertrauliche-spurensicherung-sh.de)

Die Frauen*beratung Elmshorn ist eine nach § 201a LvwG anerkannte Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt. Wir können Ihnen Unterstützung und Orientierung geben und Sie über Ihre rechtlichen Möglichkeiten aufklären. Sie erreichen uns unter: 04121 6628

Sie können außerdem zu jeder Tages- und Nachtzeit Schutz in einem Frauenhaus finden, auch mit Ihren Kindern. Die Telefonnummer des Frauenhaus Elmshorn lautet: 04121 25895

Das rund um die Uhr erreichbare und bundesweite Hilfetelefon bei Gewalt gegen Frauen erreichen Sie unter: 08000 116 016

Auch Angehörige oder Freund*innen gewaltbetroffener Frauen können sich an uns wenden, um Rat und Unterstützung zu erhalten.

Weitere Informationen zum Thema Gewalt gibt es auf den Seiten des Bundesverbands der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff): Infothek – bff Frauen gegen Gewalt e.V. (frauen-gegen-gewalt.de)

Beratungsstellen in Schleswig-Holstein finden Sie hier:

Beratungsstellen – Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein e.V. (lfsh.de)

Beratungsstellen bundesweit finden Sie hier:

Organisationen – bff Frauen gegen Gewalt e.V. (frauen-gegen-gewalt.de)